Berliner Bibliophilen Abend
   
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Veranstaltungen 2014
  Beate Schubert ludt Mitglieder des BBA ein zum vorweihnachtlichen Beisammensein mit Präsentation von Neuerwerbungen oder anderen Prachtstücken und anregenden Gesprächen.
  8. 12. 2014

Als Mitbringsel war selbstgebackenes Gebäck sehr willkommen.

"Das vorweihnachtliches Beisammensein des BBA am gestrigen Abend bot - wie jedes Jahr – durch die Vorstellung von Trouvaillen des Jahres wieder Einblicke in die Interessengebiete einiger Anwesender. Das Spektrum ist breit und spannend! Hervorheben möchte ich den Bericht des jüngsten BBA-Mitglieds Robert F. Fehler (19 Jahre!), der uns den Fund einer nächtlichen Entdeckungsreise im Prenzlauer Berg zeigte und mit seiner Schilderung der Begleitumstände für große Heiterkeit im Publikum sorgte."
(Dr. Jens Ziegler)

Es wurde die Jahresgabe 2014 verteilt.

Fischottersteig 7, 14195 Berlin-Dahlem
.1.-23. 11. 2014

Stand des BBA auf der artbook.berlinartbok berlin 2014
Messe für Künstlerbücher und Editionen

Bereits in das dritte Jahr ging die artbook Berlin, diesmal aufgrund der ständig wachsenden Größe im traditionellen Kunstquartier Bethanien. Bislang haben sich 89 Buchkünstler, Pressen, Graphiker und weitere Teilnehmer angemeldet, darunter neben den aus den vergangenen Jahren bekannten Künstlern auch Gesichter, die man aus Mainz, Leipzig, Hamburg oder Frauenfeld kennt, die aber 2014 in Berlin das erste Mal dabei sein können.

Der BBA war mit einem Informationsstand dabei.

Kunstquartier Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

17. 11. 2014

Monika Estermann - Der Münchner Verleger Georg Hirth: Zwischen Historismus und Jugendstil
 

Frau Dr. Estermann präsentierte einige Bücher im Original und illustrierte ihren Vortrag mit zahlreichen Lichtbildern.










Georg Hirth um 1900
Foto ©
Nicola Perscheid
Haus am Lützowplatz, Lützowplatz 9, 10785 Berlin

20. 10. 2014

Bernd Illigner - Radikale Verkleinerung des häusliche Buchbestandes, Bericht über eine schmerzliche Operation
 


Foto © Markus Kahl

  • eine symptomatische Vorgeschichte

  • günstige Trennung von teuren Büchern

  • günstige Trennung von Büchern, die nicht teuer, aber bibliophil sind

  • günstige Trennung von unansehnlichen Büchern

  • Erfolg

  • Empfehlung für Bibliophile in ähnlicher Situation.

Haus am Lützowplatz, Lützowplatz 9, 10785 Berlin

22. 9. 2014

Jörg Petzel - E.T.A. Hoffmann und seine Illustratoren. Eine kleine Auswahl bibliophiler und illustrierter Hoffmann-Ausgaben
E.T.A. Hoffmann: Kreisleriana, Ill. Steffen Faust

Einen ähnlichen Vortrag konnten auf einem Berliner Bibliophilen Abend schon einmal hören, seinerzeit vom 2013 verstorbenen Mitglied des BBA Prof. Hans-Dieter Holzhausen, aber die Untersuchung von Jörg Petzel machte sehr schnell deutlich: selbst ein neuer, fast zweistündiger Vortrag kann sich nur einen kleinen Teil der Illustratoren von E.T.A. Hoffmann beschäftigen. Da wären zuallererst seine eigenen Zeichnungen, aber auch die Buchillustrationen von Ernst Stern, Alfred Kubin und Hugo Steiner-Prag. Aber eine Aufzählung der Hoffmann-Illustratoren würde natürlich unvollständig bleiben, so dass sich der Referent auf Höhepunkte der Illustrationsgeschichte, vornehmlich unter dem Aspekt der Bibliophilie, konzentrierte. Jörg Petzel, dessen Sachkenntnis sich aus einer über 40jährigen Beschäftigung mit dem Thema speist, stellte neben den deutschspachigen Ausgaben auch andere europäische Editionen vor, so den Nussknacker und Mäusekönig, der in Frankreich fälschlich unter der Autorenschaft Alexandre Dumas, dem Übersetzter, erschien und der für Tschaikowski die Vorlage für das Ballett Der Nussknacker abgab, aber auch die hervorragenden DDR-Ausgaben, illustriert von Gerhard Goßmann, Josef Hegenbarth, Ruth Knorr, Jutta Mirtschin oder in der Buchgestaltung und mit Abbildungen von Ticha bis hin zu den verdienstvollen bibliophilen Ausgaben von Serapion vom See, z.B. illustriert von Steffen Faust oder gestaltet von Johannes Häfner, dessen Beschäfigung mit E.T.A. Hoffmann bekanntlich weit über die Buchillustration hinausgeht.
So war es auch nicht überraschend, dass Ralf Parkner im Anschluss an den Vortrag noch eine Reihe weiterer Hoffmann-Illustratoren vorstellen konnte, die vornehmlich im östlichen Europa erschienen.
Den Vortrag wird der Referent dem BBA zur Verfügung stellen, was umsomehr begrüßt wurde, da die Fülle der Informationen so auch später noch greifbar bleiben wird - viele Teilnehmer nutzten das Treffen ganz im Sinne E.T.A. Hoffmanns, den Abend bei einem Glas Wein und intensiven Gesprächen ausklingen zu lassen.

Haus am Lützowplatz, Lützowplatz 9, 10785 Berlin

22. 8. 2014

Exkursion nach Potsdam
 

Fotos © Christina KlinkensteinAm Vormittag wurden die Teilnehmer von der Leiterin der Bibliothek, Frau Renate Göthe, über die Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf (ehem. Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf) und Besonderheiten der Bibliothek/Mediathek informiert und konnten im Kinosaal verschiedene Studien und Arbeiten der Studenten begutachten. Anchließend nahmen die Exkursionsteilnehmer ein gemeinsames Mittagessen in der Cafeteria der Filmuniversität ein.
Nachmittags besuchten die Teilnehmer das Fontane-Archiv in der wundervoll restaurierten Villa Quandt in der Großen Weinmeisterstr. und besichtigten unter Führung des Bibliotheksleiters Peter Schaefer die die Bibliothek und das Archiv.

(Fotos © Christina Klinkenstein)

Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und Fontane-Archiv

23. 6. 2014 19:00 Uhr

Carola Pohlmann - Das Kinderbuch erklärt den Krieg
 

Foto © Abel DoeringDie Referentin gab einen Einblick in das Kinder- und Bilderbuch der Abteilung Krieg, die auf Initiative Wilhelm I, damals noch König von Preußen, seit 1870 in einer eigenen Sammlung zusammengeführt, paradoxer Weise auch durch Kriege wieder stark dezimiert wurden. Viele der beprochenen Titel konnten die Hörer dennoch genauer betrachten.
© Staatsbibliothek zu BerlinSpeziell in der Zeit des Ersten Weltkriegs, welcher durch die Referentin schwerpunktmäßig behandelt wurde, waren Kinder- und Jugendbücher bei allen kriegsführenden Parteien ein wichtiges Mittel zur Propagierung militaristischen und chauvinistischen Gedankenguts. Die ideologische Kriegsführung dokumentiert sich in Bilderbüchern und in hurra-patriotischen Erzählungen für Jungen und Mädchen ebenso wie in Schulbüchern und mahnenden Aufrufen an die Jugend zur „Vaterlandsverteidigung". Das Spektrum der Meinungsmanipulation reicht von der Verharmlosung der Schrecken des Krieges durch die Schilderung „heiterer Erlebnisse aus großer Zeit" bis zu kriegshetzerischen und rassistischen Jugendbüchern, die das Denken ganzer Generationen beeinflusst haben. Hierbei konnte Frau Pohlmann einen deutlicher Zusammenhang zwischen der aktuellen Kriegssituation und der Art und Weise der Darstellung des Krieges nachweisen.Carola Pohlmann, Foto © Abel Doering
Leider, so mussten die Teilnehmer der Veranstaltung zur Kenntnis nehmen, kann eine Ausstellung zu diesem Thema vom 3. August bis zum 12. Oktober 2014 nur im Bilderbuchmuseum Troisdorf gezeigt werden - eine kleine Vitrinenausstellung zum Kinderbuch im Krieg wurde bedauerlicher Weise Ende April für nur eine Woche im Foyer der Staatsbibliothek aufgebaut. Getröstet wurden die Teilnehmer des Abends jedoch durch die Ankündigung eines umfangreichen Ausstellungskatalogs, der dann auch in der Staaatsbibliothek zu haben sein wird.

ehemaliger Getreidespeicher auf dem Gelände des Westhafens

19. 5. 2014 19:00 Uhr

Zu Gast bei Hendrik Liersch

Foto © Abel DoeringHeute Abend war der Berliner Bibliophilen Abend zu Gast in der Werkstatt der Corvinus Presse im tiefen Kreuzberg, unweit des Görlitzer Bahnhofs. Man glaubt sich, obwohl an einem verkehrsreichen und belebten Ort, in idyllischer ländlicher Gegend, nachdem man die Tordurchfahrt zum Hinterhof mit der Remise durchschritten hat, wo die Corvinus Presse seit nunmehr 15 Jahren beheimatet ist. Vor fast 25 Jahren von Hendrik Liersch gegründet, erschien im April 1990 das erste Buch in diesem, für die Kunstszene in Berlin wichtgen Verlag, mittlerweile sind es über 300 Titel von ca. 100 Autoren. Meist mit Zeichnungen, Linolschnitten, Holzschnitten oder Radierungen, so von Horst Hussel, Kay Voigtmann, Bernhard Jäger, Zoppe Voskuhl, Frank Wildenhahn, Hans Scheib, u.v.a., im Hand- und Maschinensatz hergestellte bibliophile Kostbarkeiten in häufig geringen Auflagen.
Hendrik Liersch schilderte dem BBA anschaulich seinen Werdegang vom Bausoldaten in der DDR zum Verleger und Drucker, beginnend als Autor, womit er seine Erlebnisse und sein Trauma als Pazifist aufarbeitete. Inzwischen ist die Corvinus Presse eine wichtige kulturelle Institution in Berlin geworden und Hendrik Liersch wurde 2009 mit dem V.O. Stomps-Preis geehrt.
Die anschließende Besichtigung der Werkstatt gab den Teilnehmern des Abends Gelegenheit, die Editionen der Corvinus Presse etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und eventuell auch das eine oder andere zu erwerben und sie zeigte deutlich, dass Hendrik Liersch nicht nur in der Tradition von Victor Otto Stomps steht, er führt dessen künstlerisches und verlegerisches Vermächtnis in würdiger Form fort.
Einige Teilnehmer fanden sich dann noch zu einem Gespräch bei einem kühlen Bier in einer der zahlreichen Kneipen neben der Werkstatt zusammen und setzten damit bereits eine Idee des Vorstandes um, künftig neben den Vorträgen mehr Gelegenheit für Gespräche untereinander zu geben.

Werkstatt der Corvinus Presse, 10999 Berlin, Wiener Str. 17

14. 4. 2014 19:00 Uhr

Dr. Wolfgang Kaiser - Emil Stumpp (1886-1941) - ein Chronist seiner Zeit


Emil Stumpp (Selbstporträt, 1929)
Haus am Lützowplatz

13. 3. 2014 19:00 Uhr

Roland Templin - „im vaterländischen Auftrag“. Heinrich Zilles Zeichnungen während des 1. Weltkrieges

Vadding in Ost und West (1915/16)Heute Abend widmete sich der Berliner Bibliophilen Abend im Haus am Lützowplatz einer Schaffenszeit Heinrich Zilles, die sicher zumindest teilweise ganz zu Recht in den Hintergrund getreten ist, die aber dennoch, wie der Referent Herr Roland Templin ausführte, nun einmal bei der Würdigung dieses mit Berlin eng verknüpften herausragenden Zeichners nicht unterschlagen werden kann. Wieder einmal wurde deutlich, dass große künstlerische Leistung immer im Kontext ihrer Zeit zu sehen ist und es überheblich wäre, das Schaffen und die Persönlichkeit allein mit dem Wissen von Heute zu betrachten. Tucholsky schrieb 1925 über die Blätter, die von 1914 – 1918 in der Satirezeitschrift „ULK“ und dann während des oberschlesischen Abstimmungskampfes in dem Propagandablatt „Der lustige Pierron“ veröffentlicht wurden: „… er hat im Kriege eine geradezu schauerliche Serie vom Stapel lassen müssen“. 100 Jahre nach Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde dieser unrühmliche Aspekt im Schaffen des volkstümlichen Künstlers einer näheren Betrachtung unterzogen und in ihrem historischen Zusammenhang analysiert.

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Zuvor fand die Mitgliederversammlung des BBA mit einer Neuwahl des Vorstandes statt. In einer einstimmigen Wahl wurde als Vorsitzender Herr Dr. Jens Ziegler gewählt, wiedergewählt wurden als stellvertretender Vorsitzender Herr Dipl.-Germanist Jörg Petzel, als Schatzmeister Uwe Domke und als Schriftführer Dr. Christian Klinkenstein.

Haus am Lützowplatz

24. 2. 2014 19:00 Uhr

Professor Dr. Bernd Sösemann - Rudolf Mosse & Theodor Wolff. Eine kongeniale Konstellation. Gründung und Erfolg des Mosse-Konzerns und des „Berliner Tageblatts"


Foto © Abel DoeringFür reine Buchbegeisterte war der unterhaltsame Vortrag von Professor Dr. Bernd Sösemann (Foto) von der FU Berlin zwar ungewohnt, aber dennoch äußerst interessant und auch wichtig zum generellen Verständnis der Verlagsarbeit, speziell der Zeitungsverlage, in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Unter dem Titel "Rudolf Mosse und Theodor Wolff. Eine kongeniale Konstellation. Gründung und Erfolg des Mosse-Konzerns und des Berliner Tageblatts" erfuhren Mitglieder und Gäste der Berliner-Bibliophilen-Abend am Haus am Lützowplatz am heutigen Abend einiges zum Erfolgskonzept von Rudolf Mosse und den politisch geprägten Hintergründen, die die Entwicklung der Presse allgemein betrafen und zu Zwängen, denen die journalistische Arbeit unterworfen war. Dabei beleuchtete der Referent einfühlsam und zeitbezogen das Handeln und die Beweggründe, die den Zeitungsmacher von der Jahrhundertwende über die Weimarer Republik bis in die 40ger Jahre bewegten. Und in einem letzten Satz wurde mit dem Hinweis auf die Autorenschaft von Theodor Wolff zu einer Gedenkschrift des BBA zu Anatole France auch der Bogen zum Berliner-Bibliophilen-Abend geschlossen.
  Haus am Lützowplatz

20.1.2014, 19:00 Uhr

Gesine Karge und Andreas Fischer - Das Katz-und-Maus-Spiel

Foto © Abel DoeringLeider konnten aufgrund der Wetterkapriolen, die dazu führten, dass in Berlin der Notstand ausgerufen wurde, nur einige wenige Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abend einen Vortrag von Gesine Karge und Andreas Fischer vom Antiquariat Ars Amandi über Schleichwege erotischer Publikation, so der Untertitel des Vortrags, erleben. Für diejenigen, die den Weg in das Antiquariat fanden, hatte sich der Abend allerdings gelohnt. Die Teilnehmer hörten von den beiden Antiquaren, die durch den BBA vor 8 Jahren schon einmal besucht wurden, kenntnisreich und illustriert mit Beispielen vor allem der literarischen Erotica aus Frankreich im 19. Jahrhundert und z.B. anhand der Editionsgeschichte der Memoiren einer Sängerin, wie diese Editionen, immer beargwöhnt und unterdrückt von Kirche und Staat den Weg zum Buchliebhaber fanden. Dieses Katz-und-Maus-Spiel bei der Produktion literarischer Erotik hatte jedoch nicht selten sogar einen positiven Einfluss auf die bibliophile Ausstattung der Bücher, die in der Regel für einen kleinen, exquisiten Kreis von Abnehmern produziert wurden. Trotzdem führte die Zensur, die ab Ende des 18. Jahrhunderts verstärkt auch Erotica betraf, zu einer großen Popularität der Titel, bis hin zu den Auswüchsen, dass diese von religösen Fanatikern sogar für ihre Zwecke genutzt wurden. Auch zur Geschichte des BBA gab es Interessantes zu erfahren, so wurde den Teilnehmern mit den Berliner Balladen ein Sonderdruck vorgestellt, der in kleinester Auflage für den ausgesuchten Kreis eines bibliohilen Herrenabend des BBA herausgegeben wurde und welcher bislang noch keine Aufnahme in das Verzeichnis der Publikationen des BBA fand.
Antiquariat Ars Amandi, Friedrich-Franz-Str. 13, 12103 Berlin
 
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